Wissenswertes über die Insel Ischia

Hier erfahren Sie geographische Daten und Informationen über die Geschichte Ischias.

 

Geographische Daten

Länge 9,9 km
Breite 7,2 km
Fläche 46,3 m²
Küstenlinie 37 km
Höchste Erhebung Monte Epomeo, 789 m
Einwohner 62.027 (2009), 1340 Einwohner / km²
Hauptort Ischia (mit den Ortsteilen Ponte und Porto)
Gemeinden Casamicciola Terme, Lacco Ameno, Forio, Serrara Fontana, Barano d'Ischia
Name
„Pithecusa“ (griechische Besiedlung ca. 770 v. Chr.)
„Aenaria“ (römische Siedlung ca. 1. Jahrhundert v. Chr.)
Der heutige Name "Ischia" (sprich: Iskia) leitet sich vom Begriff "iscla", der einfachen Form von "insula" = Insel ab

 


Entstehung der Insel

Ischia ist eine Insel vulkanischen Ursprungs und wurde bis in die Neuzeit immer wieder von Vulkanausbrüchen und Erdbeben geprägt. Neue Erkenntnisse haben ergeben, dass sich Ischia bereits vor 150.000 Jahren entwickelte als die ersten Vulkankrater entstanden. Damals war der Meeresspiegel ca. 150 - 200 m tiefer und damit "Ischia" mit dem Festland verbunden. Vor ca. 55.000 Jahren bildete sich unterhalb der heutigen Insel eine riesige Magmakammer, woraus durch Spalten und Risse das flüssige Magma nach oben trat. Dadurch entleerte sich die Magmakammer und fiel in sich zusammen. Diese Vertiefung auf der Erdkruste nennt man "Caldera" - und sie entstand genau dort, wo sich heute die Insel Ischia befindet. Als dann der Meeresspiegel anstieg, wurde die Caldera überflutet und lag unter Wasser. Die vulkanischen Prozesse waren aber immer noch aktiv und so drang neue Magma wieder von unten ein, was zu einer Hebung des Caldera-Gebietes führte. Durch diese Aufwärtsbewegung bekam die Magmakammer Risse und brach in mehrere Schollen. Aus einer entstand der Berg Epomeo, der heutigen höchsten Erhebung auf der Insel. Auch heute findet man noch Fossilien und Gesteine, die darauf hindeuten, dass Ischia einst unter Wasser lag. Erst im Jahre 1301, nach dem Ausbruch des Arso, kam die vulkanische Aktivität zum Stillstand. Einen Lavafluss aus dieser Zeit kann man heute noch verfolgen: auf ca. 3 km von Fiaiano bis zum heutigen Ischia Porto verläuft ein Lava-Kamm, an dessen Verlauf man immer noch große Lava-Brocken findet. Im 19. Jahrhundert ereigneten sich mehrere schwere Erdbeben, wobei der traditionsreiche Kurort Casamicciola Terme fast ganz zerstört wurde. Die zahlreichen Thermalquellen, Fumarolen und der heiße Sand zeigen, dass unterirdisch noch immer vulkanische Aktivität existiert. 

 

Mythologie

In der griechischen Mythologie erzählt man, dass Typhon, der Anführer der Riesen, sich gegen den mächtigen Zeus aufgelehnt hat. Dieser warf ihn erzürnt vom Olymp hinunter und Typhon stürzte genau da ins Meer, wo sich heute Ischia befindet. Er war im Berg Epomeo gefangen. Typhon war sehr wütend, spie Feuer und stöhnte grässlich, denn die auf ihm liegenden Steinmassen drohnten ihn zu erdrücken. Niemand konnte oder wollte ihm helfen - außer Venus. Sie erbarmte sich seiner und versprach, wenigstens seine Tränen in heilende Quellen zu verwandeln. So entstanden die Thermalquellen.
 
 

Kulturgeschichte

3500 v. Chr. Prähistorische Bewohner der Jungsteinzeit aufgrund von  Knochenfunden, Tonscherben und Feuersteinen
770 v. Chr. Besiedlung Italiens durch die Griechen; Kolonie "Pithecusae" auf  der heutigen Insel Ischia nähe Lacco Ameno auf dem Monte Vico  gegründet. Florierend aufgrund von Töpferarbeiten und  Metallverarbeitung. Nestor-Becher entstand hier. Weitere  Stützpunkte der Griechen auf dem Festland: Cumae, Pozzuolo, Neapolis
4. Jhdt. v. Chr. Ischia geht in den Besitz Neapels über
1. Jhdt. v. Chr. Eroberung Neapels durch die Römer und Einnahme Pithecusas. Der  griechische Name wird durch den römischen Namen "Aenaria"  (Siedlung bei Ponte) ersetzt. 
2. Jhdt. n. Chr. Aenaria versinkt bei einem Vulkanausbruch im Meer
6. Jhdt. n. Chr. Nach den Völkerwanderungen Rückeroberung Ischias und Neapels durch die Byzantiner
9.-11. Jhdt. n. Chr. immer wieder Überraschungsangriffe durch die Sarazenen; Errichtung  eines Piratenstützpunktes
12. Jhdt. n. Chr. Herrschaft der Normannen
13. Jhdt. n. Chr. Herrschaft der Anjous; Errichtung der Festung
13.-14. Jhdt. n. Chr. Kämpfe zwischen Anjous und Aragoniern. Sieg der Aragonier und  Herrschaft der Familie D'Avalos
16. Jhdt. n. Chr. Piratenangriffe aus Nordafrika; Verschleppung einiger Einwohner als Sklaven
1708 Ischia unter Habsburger Herrschaft
1734 Karl I. von Bourbon besitzt Ischia und Procida
1806 Französisches Bombardement
1853 Beginn des Hafenausbaus
19. Jhdt. n. Chr. beliebtes Reise- und Kurziel in Adels- und Künstlerkreisen
1948 Italien wird nach den Weltkriegen zur Republik
ab 1950er Jahre Rasche Entwicklung des Tourismus