Das Thermalwasser auf Ischia


Seit vielen Jahrhunderten ist Ischia für seine Thermalquellen berühmt. Bereits die alten Römer haben es sich in den Thermen von Buonopane, Testaccio oder am Morontistrand gut gehen lassen. Auch Berühmtheiten der neueren Zeit wissen um die wohltuende Wirkung der Quellen Ischias: Henrik Ibsen, Ludwig I. von Bayern, Marie Curie und Angela Merkel haben der Insel schon einen Besuch abgestattet.

Heilwasser gilt nicht als Lebensmittel, sondern hat nach dem Arzneimittelrecht (§2 Abs. 1) den Status als Arzneimittel. Für seine Herkunft müssen die Anforderungen an ein natürliches Mineralwasser erfüllt und seine heilende, lindernde, krankheitsverhütende, gesundheitserhaltende oder gesundheitsfördernde Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen sein. Es kann innerlich als Trinkkur oder äußerlich für medizinische Bäder angewendet werden.

1 Liter Heilwasser muss generell immer 

- min. 1 Gramm gelöste Mineralstoffe oder Spurenelemente enthalten,
- einen Mindestgehalt eines speziellen Mineralstoffes (z. B. Brom, Eisen, Schwefel) oder
- eine von Natur aus vorhandene Temperatur von min. 20 °C haben 

Diese Zusammensetzung muss gesetzlich auf die Inhaltsstoffe geprüft sein und wird alle zwei Jahre kontrolliert.

In den küstennahen Bereichen Ischias tritt das Thermalwasser von selbst zu Tage, mit Hilfe moderner Technik kann aber nun fast jedes Hotel ein eigenes Thermalwasser-Schwimmbad unterhalten. 

Das thermominerale Wasser kommt aus unterirdischen Speicherbecken, die sich immer wieder  mit Wasser aus den Niederschlägen füllen. Diese sickern in den Boden durch verschiedene poröse Gesteinsschichten und reichert sich dort mit Mineralien und Gasen an.  Das Thermalwasser kommt in unterschiedlichen Temperaturen zwischen 15 und 86° C an der Oberfläche an. Daher teilt man es in kaltes, hypothermales, thermales und hyperthermales Wasser ein. Die chemische Zusammensetzung des Thermalwassers richtet sich nach den im Boden vorhandenen Mineralien. Wir unterschieden hauptsächlich zwischen zwei Sorten, denen die Radioaktivität gemeinsam ist:

1) Natriumchlorid – Brom – Jodhaltig - hyperthermales radioaktives Wasser

2) Natriumchlorid – Sulfat – Calcium – Magnesium - radioaktives Wasser

Die Radioaktivität liegt am Edelgas Radon, das in geringen Mengen vorhanden ist. Es ist nicht schädlich und kann sogar durch ein Blatt Papier abgehalten werden. Zudem hat es eine sehr kurze Lebensdauer. Es ist aber erwiesen, dass es einen positiven Effekt auf den Körper entwickeln kann, indem es gewisse pysiologische Funktionen verbessert. Es wird daher in diversen Anwendungen verwendet. 

 


Übersicht der Thermen im Uhrzeigersinn:

Cartaromana (Osten bei Ischia Ponte): Hier fließt das Thermalwasser direkt ins Meer hinein und man kann sich in natürlichen Becken im warmen Gemisch aus Thermal- und Meerwasser baden. Außerdem gibt es hier den Thermalpark Giardino Eden.

Marontistrand (Süden bei Barano): Thermalwasserquellen versorgen die dortigen Hotels und den Thermalpark Olympus

Cava Scura (Serrara-Fontana): sehr alte Badeanstalt in einer Schlucht am Meer, nicht weit vom Marontistrand. Man vermutet, dass die alten Grotten und Kammern aus der Römerzeit stammen. Ist auch heute noch in Betrieb.

Sant'Angelo (Serrara-Fontana): Thermalparks mit Therapieanwendungen, wie z. B. den Aphrodite-Apollon-Gärten und den Tropical-Gärten

Sorgeto Bucht (Süden): hier fließt das Thermalwasser direkt ins Meer hinein und man kann in natürlichen Wannen im warmen Meerwasser baden.

Citara (Westen bei Forio): hier befindet sich der Poseidon Garten, der größte Thermalpark der Insel, liegt in einer Meeresbucht

Lacco Ameno (Nordosten): Regina Isabella Therme, San Montano Bucht mit Thermalpark Negombo

Piazza Bagni (Ortsteil von Casamicciola im Norden): Kurbetrieb mit langer Tradition, bekannt für heilende Wirkung und Gesundheitsförderung; Hier befindet sich auch der Thermalpark Castaglione